Leuchtfarbenbilder
Leuchtfarbenbilder bestimmen die letzte Schaffensperiode des Künstlers. In ihnen hat Grau die Frage nach "Mensch und Kosmos" auf eindrucksvolle Art für sich gelöst. Die Leuchtfarben, die bei Tageslicht und UV-Licht extrem unterschiedlich wirken, gaben dem Künstler die Chance den Gegensatz von Realität (Mensch) und transzendenter Vorstellung (Kosmos) sichtbar zu machen. Die Form bleibt immer gleich, aber die Wirkung von Farbe und Bildaufbau ändert sich, je nachdem unter welchem Licht man die Realität betrachtet. Neben der experimentellen Freude, die Grau an diesem Material gehabt haben muss, stand für ihn sicherlich ein psychologischer Aspekt im Vordergrund: Das Wissen um das zweite Bild, das ungesehen unter dem sichtbaren Bild entstand. Zu wissen, dass man beim Malen mit einem Strich, zeitgleich und ortidentisch eine zweite noch unsichtbare Welt darstellte und erschuf, das muss den Künstler fasziniert haben und das ist es auch, was die Vollendung seiner "Mensch und Kosmos" - Überlegungen ausmacht. Nichts entsteht für sich allein und alles ist nur eine Frage des Lichts unter dem man es betrachtet