Frühe Bilder
Die ersten Werke des Künstlers beschäftigten sich mit religiöser Thematik. Es war ein Thema, das ihn nie ganz losgelassen hat, doch aus der strengen Komposition und dem ebenso strengen Formenkanon entwickelte er sich schnell hinaus. Die Bilder der 30er Jahre zeigen eindeutig christliche Themen. Warum die Beschriftungen jedoch den religiösen Charakter negieren, bleibt der Spekulation überlassen. So will der "grüne Ritter" von 1936 kein Hl. Georg sein, die "Flucht" bezieht sich nicht auf die Bibel. Dafür tauchen aber schon in dieser Anfangszeit formelle Themen auf, die Franz Grau durch sein ganzes Werk begleiten: Die "Menschen am Tisch", die als "Tischgesellschaft" oder "Gespräch" immer wiederkehren. Und noch eine Grau´sche Besonderheit ist schon in den frühen Werken angelegt: die Abneigung gegen die konkrete Form. Vielmehr scheint ihn die kompositorische Zusammensetzung von Helligkeitskontrasten beschäftigt zu haben. Und es hat den Anschein, als habe er sich in der klassischen Bildkomposition nicht richtig wohl gefühlt. Zu unruhig erscheinen Bilder wie "An der Quelle", der "Schimmelreiter" oder die "Jagdszene". Nur "Auf der Flucht" (1936) oder die "Menschen am Tisch" erreichen eine in sich geschlossene Komposition. Möglicherweise hat auch Grau so empfunden und daraus die Konsequenz gezogen. Jedenfalls begleitet ihn die Komposition mit drei Figuren in unendlichen Abwandlungen über die weiteren 50 Jahre.